Musikalische Bildung von klein an
Musikalische Früherziehung
Erleben Sie die faszinierenden Wege der musikalischen Früherziehung, die Ihrem Kind helfen, seine Kreativität zu entfalten und die Welt der Klänge zu entdecken.
Der musikalische Ausbildungsweg
Vom Anfänger zum Chorsänger
In den Nachwuchschören findet der wöchentliche Unterricht nicht mehr flexibel im Raum, sondern
mit festen Sitzplätzen im Chorverbund statt. Das Ziel im ersten Jahr liegt auf einstimmigem Singen,
das Repertoire wird anspruchsvoller durch Volks- und Kinderlieder mit komplexeren Melodien und
Rhythmen. Die Kinder lernen, eigenständig und auch ohne Klavierbegleitung zu intonieren, zum
Ende des Chorjahres werden sie mit Kanons an das zweistimmige Singen herangeführt. Mit dem
Anspruch der ganzheitlichen Musikausbildung werden chorische Stimmbildung, Rhythmusschulung
und Gehörbildung in die allgemeine Probenarbeit eingebettet. Im zweiten Jahr bekommen
die Kinder erstmalig separate Stimmbildungseinheiten. Im Mittelpunkt stehen Entwicklung und
Verbesserung sowie eine bewusste Anwendung von Stimmtechnik und Übungen, die diese fördern.
Musikalische Früherziehnung
Eltern-Kind-Kurse (2- bis 3-Jährige)
In den Eltern-Kind-Kursen begegnen die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern, Großeltern oder sonstigen Begleitpersonen spielerisch Musik, musikalischen Ausdrucksformen in Verbindung mit Geschichten, Bewegung, Tanz, Theater, Sprache und Malen sowie einem geführten Ausprobieren der Stimme. Das frühe Einbeziehen von Musik und -erleben in die Entwicklung der Kinder unterstützt den Aufbau von musikalischen wie auch motorischen, sprachlichen und sozialen Kompetenzen, wodurch der Grundstein für ein langanhaltendes Interesse an Musik gelegt werden kann. Zum Ende des zweiten Jahres der Eltern-Kind-Gruppen hin werden die Kinder auch darauf vorbereitet, im folgenden Jahr mit Beginn der Musikalischen Früherziehung ohne Begleitung in den Unterricht zu kommen.
Musikalische Meilensteine
- Stimme und Musik spielerisch entdecken
- Rhythmus und Bewegung miteinander verbinden
- Aufmerksames Hören und gemeinsames Musizieren erleben
- Den Übergang zum Unterricht ohne Begleitperson vorbereiten
Musikalische Frühförderung 1 (4-Jährige)
Da die Kinder das Haus und den regelmäßigen Besuch des Unterrichts bereits kennen, kann jetzt eine Unterrichtsroutine auch ohne Begleitpersonen begonnen werden, in der der Schwerpunkt auf der Findung der eigenen Stimme liegt. Dennoch geschieht selbstverständlich auch hier ein spielerischer und ganzheitlicher Umgang mit Musik, dessen Grundlage in den Eltern-Kind-Gruppen geschaffen wurde und der nun vertieft wird. Die Kinder erleben Musik durch aufmerksames Hören, Bewegung und Tanz. Sie musizieren aktiv durch einstimmiges Mitsingen, Klatschen und Visualisieren von Inhalten durch beispielsweise textverdeutlichende Gestik sowie durch ein erstes Ausprobieren elementarmusikalischer Instrumente.
Musikalische Meilensteine
- Die eigene Stimme kennenlernen
- Einstimmig in der Gruppe mitsingen
- Einfache Rhythmen hören und klatschen
- Elementare Musikinstrumente ausprobieren
Musikalische Frühförderung 2 (5-Jährige)
Im zweiten Frühförderungskurs liegt der Schwerpunkt auf der Loslösung vom passiveren Mitsingen hin zum selbständigen Intonieren und Halten einfacher Melodien, wodurch die Kinder zum Ende des Chorjahres einfache Lieder sicher singen können. Unterstützt wird dieser Prozess durch die Schulung des Gehörs sowie Aufbau und Förderung des Rhythmusgefühls. Auch der Umgang mit elementarmusikalischen Instrumenten wird vertieft, und die Inhalte werden weiterhin mit Bewegung, Tanz, Theater, Malen und Sprache verknüpft. Die Kinder werden nun auch als Gruppe präsenter im Haus, und es können einzelne kleine Präsentationen vor den Eltern oder bei Vortragsabenden stattfinden. Die Kinder werden bereits jetzt langsam an Auftritte herangeführt.
Musikalische Meilensteine
- Einfache Melodien selbstständig intonieren und halten
- Einfache Lieder sicher singen
- Gehör und Rhythmusgefühl weiterentwickeln
- Erste Präsentations- und Auftrittserfahrungen sammeln
Musikalische Grundausbildung (6-Jährige)
Die Musikalische Grundausbildung fungiert als Übergang von der Musikalischen Früherziehung zu den Nachwuchschören. In diesem Jahr wird der Zugang zur und das Bewusstsein für die eigene Stimme vertieft und wie auch in der Musikalischen Frühförderung altersgemäß und spielerisch durch den Einsatz von Orff-Instrumentarium, Tanz, Bewegung, szenisches Spiel, Improvisation, Experimentieren mit Klängen und Musikhören begleitet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in dem Jahr der Musikalischen Grundausbildung auf dem Kennenlernen und Verinnerlichen systematisierter Rhythmik und Tonalität. Die Kinder entwickeln ein erstes Verständnis von Notenschrift und Rhythmusnotation, wodurch ein wichtiger Grundstein für die weitere Chorarbeit bei den Kindern gelegt wird. Durch die bessere und frühere Kenntnis von Noten und Rhythmus fällt die Probenarbeit in den folgenden Jahren leichter, Stücke können schneller erarbeitet werden, und es bleibt in Zukunft wesentlich mehr Zeit für vertiefte musikalische Arbeit. Obwohl der Unterricht in der Musikalischen Grundausbildung vermehrt auf musiktheoretische Inhalte ausgelegt ist und die Kinder dadurch eine vollständigere musikalische Ausbildung erhalten, die sie zu fähigeren Musikern macht, werden diese Inhalte immer mit praktischer musikalischer Arbeit verknüpft und dem Alter entsprechend spielerisch und anschaulich vermittelt.
Musikalische Meilensteine
- Die eigene Stimme bewusst einsetzen
- Rhythmik und Tonalität verstehen und anwenden
- Erste Noten und Rhythmuszeichen lesen
- Praktisches Musizieren mit Musiktheorie verbinden
- Den Übergang in die Nachwuchschöre vorbereiten
Die Nachwuchsleiterin
Andrea Hartinger studierte Kirchenmusik und Chorleitung in Regensburg und Würzburg. Einen besonderen Schwerpunkt ihrer musikalischen Arbeit bildet seit vielen Jahren die Chor- und Stimmbildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Vor ihrem Wechsel zur Augsburger Dommusik war sie unter anderem bei den Regensburger Domspatzen tätig. Dort leitete sie Vorchöre und arbeitete als Assistentin des Domkapellmeisters. Darüber hinaus baute und leitete sie Chöre verschiedener Altersstufen und sammelte umfangreiche Erfahrung in der musikalischen Nachwuchsarbeit. Auch als Kirchenmusikerin und Chorleiterin in Neusäß ist sie seit vielen Jahren aktiv.
Bei der Augsburger Dommusik verantwortet Andrea Hartinger heute die Leitung der Mädchenkantorei sowie die Nachwuchsausbildung. Zu ihren Aufgaben gehören die musikalische Früherziehung und die Leitung der Nachwuchschöre. Damit gestaltet sie maßgeblich den Aufbau der 2025 gegründeten Augsburger Mädchenkantorei, mit der die traditionsreiche Dommusik erstmals auch Mädchen eine durchgängige chorische Ausbildung eröffnet hat.
Im Mittelpunkt ihrer pädagogischen Arbeit stehen eine fundierte stimmliche und musikalische Ausbildung, die Entwicklung von Mehrstimmigkeit sowie die altersgerechte Vermittlung von Chorliteratur, Gehörbildung, Rhythmik und liturgischer Praxis. Als Referentin gibt Hartinger ihre Erfahrungen in der Kinder- und Jugendchorarbeit zudem in Fortbildungen weiter.
Mit dem schrittweisen Aufbau der Mädchenkantorei – von der musikalischen Früherziehung über die Nachwuchsensembles bis hin zum Liturgie- und Konzertchor – prägt Andrea Hartinger einen neuen Bereich innerhalb der Augsburger Dommusik und verbindet dabei deren kirchenmusikalische Tradition mit einer zeitgemäßen Nachwuchsförderung.

